Wie wohnt Bremerhaven? – 2. Bremerhavener WorldCafé

Die durchschnittliche Lesezeit für diesen Artikel beträgt 141 Sekunden.

Die Gemeinschaft 7und1 hatte am Freitag zum 2. Bremerhavener WorldCafé in die Hochschule Bremerhaven eingeladen. Thema war: „Bremerhaven ist Zukunft. Aber wie und wo wohnt Bremerhaven? Und was müssen wir tun, um neue Einwohnerinnen und Einwohner für Bremerhaven zu gewinnen?“

Impulse gab es u.a. von Uli Hellweg, Geschäftsführer der Internationalen Bau Ausstellung Hamburg GmbH. In seinem echt spannenden Vortrag ging es um die aktuelle Entwicklung der urbanen Quartiere und Thesen, wie die innerstädtischen Quartiere weiterentwickelt werden können. Besonders interessant war für mich zu erfahren, dass die Tendenz beim Wohnen wieder stärker in Richtung Innenstadtlage geht, d.h. Bürgerinnen und Bürger Deutschlands wollen wieder in urbane Quartiere ziehen, frei nach dem Motto „weg vom Land und rein in die Innenstadt“. Diese veränderte Perspektive bringt aber neue Ansprüche an den Wohnraum – auch für Bremerhaven – mit sich. Es werden kreative Freiräume benötigte, eine gute Infrastruktur und eine Mischung zwischen Arbeit und Wohnen. Viel Wert wird auf eine sozial ausgeglichene Wohnstruktur gelegt.

Aufgabe, auch für Bremerhaven, ist es also bezahlbaren Wohnraum attraktiver zu machen und durch Freiräume kreativer werden zulassen. Zwischennutzungen (wie kostenfreie Nutzung für leerstehende Räumlichkeiten für Künstler) müssen als Chancen noch intensiver genutzt und gefördert werden.

Auf der Tagung wurde nach dem inspirierenden Vortrag verschiedene Arbeitsgruppen nach dem System des WorldCafés gebildet, die sich mit den Möglichkeiten der Weiterentwicklung, Zielgruppengewinnung, Vermarktung etc. für Bremerhaven beschäftigt haben. Wir haben sehr ausführlich, kontrovers und vielschichtig diskutiert und Fragen sowie Forderungen an die Politik gestellt. Im Anschluß haben der Schirmherr Oberbürgermeister Melf Grantz und die politische Vertretung Baustadträtin Dr. Ehbauer versucht, die Ergebnisse für die Politik zu interpretieren.

Für mich war es in zweierlei Hinsicht ein spannender Tag: zum einen habe ich viel über die Aufgaben zukünftiger Wohnentwicklung im Allgemeinen und den Potentialen Bremerhavens lernen können, zum Anderen habe ich zusätzlich auch eine sehr interessante Diskussionsform kennen gelernt.

Ich persönlich wünsche mir, dass der formulierte Wunsch meiner Arbeitsgruppe, diese Diskussionsform auf die Ebene der Quartiere herunterzubrechen und durch die Quartiermeistereien mehr Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bei der Gestaltung ihrer Wohnräume zu ermöglichen, durch die Politik ins Auge gefasst wird. Wir müssen wegkommen von der gesetzlich verpflichtenden Beteiligung der Betroffenen und hin zu einem zusätzlichen freiwilligen kreativen Austausch aller Interessierten, unabhängig von ihren Aufgaben, Funktionen und Zugehörigkeiten innerhalb der Politik und Gesellschaft. Nur auf diesem Weg können wir das Potential Bremerhavens richtig begreifen und nutzen. Dafür möchte ich mich auch als Stadtverordneter einsetzen.

ERGÄNZUNG: Am 25.09. ist das 3. World Café Bremerhaven zum Thema Bildung und Wissenschaft.
ERGÄNZUNG 2: Hier gibt es den Artikel zum 3. Bremerhavener World Café

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.