Heidschnucken

Heidschnucken – tierische Landschaftspfleger

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Als alte Landschafrasse gelten die Heidschnucken im Norden Deutschlands als beliebtes Weidevieh für die Pflege der Landschaften. Ursprünglich wird die Abstammung auf die in Sardinien und Korsika beheimateten Mufflons zurück geführt. Zur Rasse der Heidschnucken zählen insgesamt 6 Unterarten.

Der Name der Heidschnucken

Die Bezeichnung Heidschnucke stammt vom „Schnöckern“, was soviel wie Naschen bedeutet. Denn die Heidschnucke liebt die Abwechselung und zupft immer wieder wechselnd Heidekraut, Gras und Wildkräuter. Ihre hauptsächliche Verbreitung in den norddeutschen Heidelandschaften trug zum zweiten Teil des Namens bei.

Früher waren die Schnucken wichtige Woll- und Düngerlieferanten, heute dienen sie vorwiegend als Landschaftspfleger und helfen dabei die übrig gebliebenen Heideflächen in Deutschland zu erhalten.

Im Bremerhavener Bürgerpark gibt es ebenfalls einige Heidschnucken, genauer gesagt die „grau gehörnte Heidschnucke“.

Die grau gehörnte Heidschnucke

Heidschnucken
Heidschnucke im Bremerhavener Bürgerpark

Diese Unterart zeichnet ein silbergraues Fell mit einem schwarzen Brustlatz aus. Beide Geschlechter sind gehörnt. Die Lämmer besitzen bis zum ihrem zweiten Geburtsjahr ein ganz schwarzes und stark gelocktes Haar. Erst später wächst die graue Wolle durch. Dann sind lediglich die Beine, der Kopf und der Brustlatz der ausgewachsenen Heidschnucken mit einer schwarzer Färbung versehen.

Als weltweit kleine Sensation wurde 2012 erstmalig eine rein weiße Schucke dieser Art dokumentiert.

Die Aufgaben als Landschaftspfleger

In der Pflege von Heidelandschaften übernehmen die zahlreichen Heidschnucken Herden in Deutschland wichtige Aufgaben war. Schnucken sorgen durch ihren ständigen Verbiss von aufkommenden Gehölzen, Gräsern wie der Drahtschmiele und dem Heidekraut dafür, dass die Heide kurz bleibt und der nährstoffarme Boden erhalten werden kann.

Durch die Hilfe der Schnucken lassen sich große zusammenhängenden Calluna-Heiden in Deutschland dauerhaft erhalten. Die Beweidung schafft eine savannenähnliche Struktur, die in der heutigen, meist intensiv genutzten Landschaft selten geworden ist.

In der Lüneburger Heide, der größten zusammenhängenden Heidelandschaft in Europa, gibt es daher noch gesicherte Bestände vieler Tier- und Pflanzenarten, die ansonsten kaum noch in unserem Land zu finden sind. Dazu zählen Birkhühner, Raubwürger, Heidelerchen, Braun- und Schwarzkehlchen, Neuntöter oder Ziegenmelker.

Wer in der Lüneburger Heide unterwegs ist, wird feststellen, dass in jeder Heidschnuckenherde auch Ziegen zu sehen sind. Ziegen unterstützen die Heidschnucken, da sie noch stärker die stark wachsenden Hölzer wie Birken und Kiefern verbeißen können.

Heidschnucken und Bienen

Nicht nur die Ziegen sind gute Kollegen der Schnucken, denn auch Bienen und Heidschnucken begünstigen sich gegenseitig.

Im Spätsommer zerpflücken die Schnucken beim Fressen die Spinnweben im Heidekraut. So können die Bienen ungestört ihren Nektar für den leckeren Heidehonig suchen. Die Bienen wiederum bestäuben das Heidekraut und sorgen so für den Fortbestand der Nahrung für die Schnucken.

Dauereinsatz in der Heide

Die Herden der Heidschnucken sind traditionell das ganze Jahr über draussen unterwegs. Am Tag legen die robusten Schafe von 10 bis 12 Kilometer zusammen mit ihrem Schäfer durch die Heide zurück.

Allein in der Lüneburger Heide sind ca. 9.000 Heidschnucken unterwegs zur Pflege der Landschaft

Nützlich und lecker

Bei der vielen Bewegung ist es nur natürlich, dass die Heidschnucken kaum Fett ansetzen und das Fleisch der Schnucken ein fettarmer Genuss ist, der auch als Diätkost geeignet ist.

Der Heidschnuckenbraten hat einen typischen wildbretartigen Geschmack, der in der vielseitigen und wildähnlichen Ernährung der Schafe geschuldet ist. Als echte Empfehlung für den nächsten Besuch in der Lüneburger Heide sollte man diesen kulinarischen Genuss definitiv einplanen.

Die Heidschnucken – kurz und knapp

  • Heidschnucke Ovis ammon f. aries
  • 45 bis 60 kg Körpergewicht
  • Schulterhöhe 50 bis 60 cm
  • bis zu 15 Jahre Lebenserwartung
  • frisst Gräser, Heidekraut, Wollgras und hilft beim Erhalt die Heidelandschaft

Linkempfehlung

für den nächsten Besuch in der Lüneburger Heide

Schäferhof Neuenkirchen

Bürgerpark Bremerhaven

 

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