Halloween – alle Jahre wieder keltisch, katholischer Reimport aus den USA

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Morgen Abend ist es wieder soweit: Halloween wird gefeiert in der Nacht vom 31. Oktober auf den 01. November. Es ist also Zeit für eine keltisch, katholische Mischung von Traditionen und Bräuchen, die sich zum heutigen Brauchtum des Halloweens zusammen getan haben.

Ich empfehle euch deswegen meinen mittlerweile 2 Jahre alten Artikel zum Thema:

Halloween – keltisch, katholischer Re- Import aus den USA

… oder so ähnlich könnte man das immer beliebtere Ereignis am Abend vor Allerheiligen auch benennen.

Der etymologische Ursprung von Halloween zeigt sich am leichtesten an der früheren Schreibweise Hallowe’en und kann als Kontraktion von All Hallows`Eve (Aller|Heiligen|Abend) angesehen werden.

Eine Kontraktion ist die Zusammenziehung zweier gleicher oder Verschiedener Laute zu einem neuen Laut, welche die Merkmale der ausgehenden Laute übernimmt.01

Halloween-card-mirror-1904Die ersten Beschreibungen von Halloween in einer uns annähernd bekannten Form gehen auf die Irische Renaissance zurück und werden in den volkskundlichen Schriften ab 1830 erwähnt. Oftmals wurden dort Bezüge zu heidnischen und keltischen Traditionen wie dem Samhain02fest festgestellt.

Seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts gewinnt diese Sammlung an Bräuchen und Festivitäten nach us-amerikanischen Vorbild mehr und mehr Anhänger. Ausgehend von Frankreich und dem Süden Deutschlands findet es Einzug in die abendländische Kultur des kontinentalen Europas.

Wie sonst nirgendwo gibt es in Deutschland traditionsbedingt mehr Varianten, Abwandlungen und Integrationen von heimischen Bräuchen ins Halloweengeschehen.

Halloween, Allerheiligen und die Kirche

Als Abend vor Allerheiligen ist naturgemäß dieser kirchliche Feiertag zu betrachten, will man den religös- kulturellen Hintergrund begreifen.

Der Festtag Allerheiligen hat seine Entstehung im dem Tag der Weihe der Kirche Sancta Maria ad martyres in Rom. Am 13. Mai 60903/61004 n. Chr. weihte Papst Bonifatius IV. das Pantheon der Jungfrau Maria und allen anderen heiligen Märtyern. Dieser Tradition folgend übernahm Gregor III. (Papst) die Weihe einer Kapelle in der Basilika Sancta Peter für alle Heiligen und legte den Feiertag auf den 1. November für Rom fest. Dies wurde von Gregor IV. als fester Feiertag in den römischen Generalkalender Calendarium Romanum Generale übernommen.

Die Verbindung zu Halloween aus dem zu Allerheiligen gehörendem Gedenken an Allerseelen. Die Katholiken dieser Welt gedenken ihrer Verstorbenen und auch derer armen Seelen die im Fegefeuer schmoren. Als Festtag in die kirchliche Liturgie wurde der 2. November aber erst durch Abt Odilo von Cluny 998 n.Chr. eingeführt05.

Im Hochmittelalter wie auch in der bereits erwähnten irischen Renaissance wurde, wie zu den Zeiten üblich, reale und vermutete Rituale und Bräuche der heidischen Kulturkreise in die christlichen Traditionen aufgenommen um der Bevölkerung die Übernahme der neueren Strukturen durch Altbekanntes zu erleichtern.

Daraus resultierende Widersprüche und wechselseitige Beeinflussungen spiegeln die verschiedenen Ausprägungen unserer Zeit wieder. In der neueren volkskundlichen Forschung werden immer wieder Eigenschaften des Halloweenfestes wie z.B. Unruhenacht, Erneuerung und Weiterverbreitung in verschiedenen Wegen beobachtet.

Vorchristliche und keltische Traditionen als Vorbild

Frühe Definitionen des Begriffes Halloween bezeichnen das Fest als „altes heidnisches Totenfest mit einer dünnen christlichen Hülle“06. Es wurde bisweilen behauptet es habe sich um das zweit wichtigste Fest der keltischen Kultur gehandelt. Als die christlichen Synoden es seit dem 8. Jahrhundert versuchten zu verbieten, wurde es das erste Mal erwähnt. Erst durch die oben genannte Integration ins Allerseelen erlangte es in die breitere Bekanntheit der christianisierten Kultur.

Es existieren weitere Quellen, die den Ursprung in keltischen Bräuchen sehen u.a.: die Encyclopædia Britannica, das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens und Meyers Konversations-Lexikon.

Allen gemein ist die Vermutung einer Verbindung zu dem Samhain-Fest der Kelten, als ein Fest des Sommerendes. Diese Annahmen sind modernen wissenschaftlichen Sichtweisen nach nicht mehr vertretbar. Ein Totengott Samhain wurde ebenfalls als Hintergrund angenommen ist aber ebenfalls historisch nicht belegbar. Die Anbetung eines Totengottes im keltischen Kulturkreis taucht erst in Dokumenten des späten Mittelalters auf. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese bereits durch die Christianisierung beeinflusst worden sind.

  1. Seite „Kontraktion (Linguistik)“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. April 2015, 17:10 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kontraktion_(Linguistik)&oldid=140537521 (Abgerufen: 31. Oktober 2015, 20:58 UTC) []
  2. keltisch samos, gälisch samhuinn für „Sommer“ []
  3. http://www.erzabtei-beuron.de/schott/schott_anz/index.html?datum=2015-11-01 []
  4. Balthasar Fischer: Allerheiligen. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche (LThK). 3. Auflage. Band 1, Herder, Freiburg im Breisgau 1993, Sp. 405. []
  5. Stadler, Johann Evangelist / Ginal, Johann Nepomuk / Heim, Franz Joseph: Vollständiges Heiligen-Lexikon, S. http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10789917-1 (Abgerufen: 30. Oktober 2015, 23:58 UTC) []
  6. Frazer, James George: The Golden Bough: A Study of Magic and Religion, http://www.gutenberg.org/files/3623/3623-h/3623-h.htm (Abgerufen: 30. Oktober 2015, 22:58 UTC) []

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