Einkaufen an Heiligabend – Boykott oder Last-Minute Shopping?

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Am 24. Dezember noch schnell die letzten Weihnachtsgeschenke oder eine fehlende Zutat für das Festtagsessen besorgen? Das könnte dieses Jahr schwierig werden und zwar aus gutem Grund: Der Heiligabend fällt 2017 auf einen Sonntag. Zwar gibt es in diesem Fall Sonderregelungen, doch zwischen Gewerkschaften, Kirchen und dem Einzelhandel ist deshalb eine Diskussion entbrannt.

Ländersache „Sonntagsöffnung“

Generell ist der sogenannte „Sonntagsverkauf“ an Heiligabend im Ladenschlussgesetz geregelt. Dort wird Läden, die Genuss- und Lebensmittel oder Weihnachtsbäume anbieten, erlaubt höchstens drei Stunden und maximal bis 14 Uhr zu öffnen. Gleiches gilt für Geschäfte die auch sonst an Sonn- und Feiertagen verkaufen dürfen.
Ob einzelne Händler an Heiligabend öffnen, bleibt ihnen aber grundsätzlich selbst überlassen. Zudem ist die konkrete Regelung für die Ladenöffnung reine Ländersache. So können Geschäfte in Bremen an Heiligabend für drei Stunden zwischen 8 und 14 Uhr die Türen öffnen. In Niedersachsen hingegen darf über den Beginn der Öffnungszeit selbst entschieden werden. Anders wiederum in Rheinland-Pfalz. Dort hat man sich komplett gegen eine Sonderregelung entschieden, so dass der 24. Dezember überhaupt nicht verkaufsoffen ist.

Der Kampf um den Feiertag

In der öffentlichen Debatte um die Regelungen findet man die unterschiedlichsten Positionen. Während einzelne Händler um die Umsätze im Endspurt des Weihnachtsgeschäftes fürchten, sind Kirchen, Gewerkschaften und sogar ein Großteil der Konsumenten gegen die Ladenöffnung am Sonntag. So sprachen sich ganze 87.2% der Teilnehmer einer Umfrage von „Welt Online“ gegen die Ladenöffnung am 24. Dezember aus.
Die aktuelle Streit stellt dabei nur die letzte Etappe einer andauernden Diskussion um den „Verkaufsoffenen Sonntag“ dar. Kirchen würden gerne sehen, dass christliche Feiertage als eben auch als solche genutzt würden. Dabei sind bestimmte Feiertage wie Ostersonntag und Pfingstsonntag bereits grundsätzlich vom Ladenöffnungsgesetz ausgenommen. Der Einzelhandel hingegen beklagt Einbußen und sieht den Konsumenten durch die vorhandene gesetzliche Regelung bevormundet. Die Gewerkschaften sehen sich als Vertreter der angestellten Verkäufer und Verkäuferinnen, die keinerlei Mitspracherecht hätten und somit keinen Einfluss auf die Entscheidungen nehmen könnten. So steht den Interessen des Einzelhandels eine Allianz aus Gewerkschaften und Kirchen gegenüber, welche den verkaufsoffenen Sonntag am liebsten weitestgehend abschaffen möchte.

Aufruf zum Boykott

Die Gewerkschaft Ver.di rief für den 24. Dezember daher sogar zu einem Boykott auf. Die Verbraucher sollten demnach trotz vereinzelter Ladenöffnungen lieber zuhause bleiben. Von Mitgliedern des Bundesvorstand von Ver.di wird die Idee der Ladenöffnung unter anderem als „unglaublich zynisch“ (Stefanie Nutzenberger) bezeichnet.
Die großen Supermarktketten und Discounter wie Rewe, Aldi und Lidl reagierten auf die Diskussion unterschiedlich. Während Aldi alle Filialen geschlossen halten will, überlässt Rewe den einzelnen Mitgliedern des „Rewe-Netz“ diese Entscheidung. Lidl wollte hierzu zunächst keine Stellung beziehen, aber entschied sich letztendlich doch dazu, die Filialen an Heiligabend geschlossen zu halten. Somit machen zumindest die größten Discounter und Supermärkte von der Sonderregelung kaum Gebrauch.

Meine Meinung

Drei Tage werden die Läden dieses Jahr eventuell geschlossen sein. Ich persönlich finde, dass ist in einer zivilisierten Gesellschaft kein Problem sein sollte. Wir können rechtzeitig vorher einkaufen, Lebensmittel halten lang genug und wir werden alle nicht verhungern. Warum also diese Panikkäufe an Heiligabend? Geschenke sollte man rechtzeitig ebenfalls bekommen und Zimtsterne und Weihnachtsmänner sind bis dahin eh schon ausverkauft.

Linkempfehlungen

Positionen von Verdi zur Sonntagsöffnung

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