Die nächsten Stufen der Eurokrise in Griechenland

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Seit der Wahl in Griechenland ist die Situation für das stark verschuldete Land in der Eurokrise nicht leichter geworden. Zwar hat die neue Regierung der bisherigen rigiden Sparpolitik eine deutliche Absage erteilt und Verbesserungen für die Bevölkerung versprochen – ganz so einfach wird es aber nicht werden. Seit Bekanntgabe der Neuwahlen im Dezember 2014 steht die finanzielle Hilfe für Griechenland still, bis heute sind nicht alle bewilligten Mittel vollständig ausgezahlt worden. Seit aber unklar ist, ob und wie Die Hellenen die mit den Krediten verbunden Auflagen erfüllen wollen, erfolgen keine weiteren Zahlungen mehr.

Bisher sind 227 Milliarden Euro nach Griechenland geflossen

Von den insgesamt 240 Milliarden Euro, die als Unterstützung bewilligt wurden, sind bisher 227 Milliarden ausgezahlt worden; der Anteil Deutschlands an diesem Rettungsfonds beträgt zirka 50 Milliarden Euro. Seitdem die neue griechische Regierung allerdings einen radikalen Kurswechsel angekündigt hat, herrscht in ganz Europa große Unsicherheit. Für den deutschen Finanzminister Schäuble ist das aktuelle Angebot, einen Teil der vereinbarten Reformen fortzusetzen, nicht akzeptabel. Folgt man den Stimmen der nationalen Presse, gilt das auch für die Bevölkerung. Die griechische Regierung wird aber erhebliche Probleme mit den eigenen Wählern bekommen, wenn sie die versprochene Abmilderung der Sparmaßnahmen nicht international durchsetzt.

Der Grexit ist für niemanden eine Alternative

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Quelle: Lupo / pixelio.de

Der seit einigen Monaten diskutierte und befürchtete Ausstieg Griechenlands aus dem Euro ist derzeit für keine der beteiligten Parteien eine echte Alternative. Die Geldgeber aus der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds müssen zwar keinen sofortigen Verlust ihrer Gelder befürchten, mittelfristig blieben sie aber auf ihren Krediten sitzen. Und Griechenland selbst wird auch in absehbarer Zukunft weiterhin internationale Hilfen benötigen, um sich aus seiner Wirtschaftskrise zu befreien. Wahrscheinlich ist, dass ein Kompromiss gefunden wird. Denn so berechtigt die Forderungen der Kreditgeber sein mögen: Wenn sie innenpolitisch nicht durchsetzbar sind, wird die griechische Regierung sie nicht annehmen können.

Ergänzung: Es zeichnet sich ein 4 monatiger Kompromiss ab. Bis Montag muss die griechische Regierung nun Vorschläge unterbreiten, welche Reformen machbar sein können.

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